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11.12.2009 - 
Beitrag im Förderer-Heft: Wie sinnvoll sind manche Hundeverordnungen?

Der Beitrag unseres Lawinen- und Suchhundereferenten, Charly Egger, im letzten Fördererheft hat sehr viele Diskussionen und Echos, diverse Anrufe und Schreiben ausgelöst. Deshalb möchten wir auch hier dies weitergeben...

Lawinen- und Suchhunde: Gern gesehene Helfer des Menschen?


Die Lawinen- und Suchhundestaffel der Salzburger Bergrettung steht mit über 40 Hundeführern und Hundeführerinnen und ihren Begleitern allzeit für Einsätze zur Verfügung.
Als Helfer des Menschen übernehmen in Österreich rund 11.000 spezialisierte Hunde verschiedenste Aufgaben, unter anderem sind dies Blindenhunde, Partner-, Rauschgift-, Sprengstoff-, Fährtenhunde und vieles mehr.

Einerseits erfährt der Hund eine hohe Wertigkeit, aber andererseits haben wir restriktivste Vorschreibungen in den einzelnen Hundeverordnungen.

Wir verbringen in unserer Staffel enorm viel Zeit mit Fortbildungen, Kursen, Übungen, Einsätzen, Trainingseinheiten und Schulungen.

Wenn es um Sucheinsätze geht, dann sind die Menschen immer wieder froh, wenn wir mit unseren Hunden vor Ort sind.
Leider sieht es so aber nicht außerhalb dieser aus:
Sogar im alpinen Bereich kommt es immer wieder vor, dass man uns beschimpft bzw. uns im Gelände nicht gerne sieht. In vielen Hütten sind Hunde sogar verboten.

Wie sollen wir so den Nachwuchs für unsere Tätigkeit motivieren?
Ganz besonders bittere Erfahrungen mussten wir in den letzten Jahren machen, als unsere Einsatzhunde sogar angeschossen bzw. vergiftet wurden.

Diverse Hundeverordnungen in den einzelnen Gemeinden sind kontraproduktiv für unsere Arbeit, aber auch darüber hinaus:

Zum Thema Leinen- oder Maulkorbzwang meinte einst der berühmte Wolfsforscher Erik Zimen, mit dem ich viele persönliche Gespräche geführt habe: „Für die Gesellschaft bedeutet es, dass damit potentielle Bestien herangezogen werden. Also genau kontraproduktiv zu dem, was man eigentlich erreichen möchte. Man will friedfertige Hunde haben, doch auf diese Art und Weise kriegen wir noch mehr Probleme. Es ist so überaus wichtig für Hunde – egal wie alt sie sind – dass sie genügend Kontakt mit anderen Hunden haben, mit großen und kleinen, jungen und alten, friedfertigen und etwas aggressiven, mit Hündinnen und Rüden, mit dieser ganzen Vielfalt, die ja den Hund ausmacht. Hunde, die das nicht mitbekommen, können gefährlich werden.“

Uns bleibt oft nur die Frage: Wer berät eigentlich die Politiker oder Gemeinden, die für Hundeverordnungen verantwortlich sind???


Charly Egger/Referent


Falls auch Sie uns Ihre Meinung zum Thema schreiben möchten,
so können Sie das hier sehr gerne machen...

Anbei als Beispiel Schreiben an uns:

Sehr geehrter Herr Egger,

ich habe Ihren Bericht über die Lawinen- und Suchhundestaffel gelesen. Er hat mich sehr angesprochen, weil er die derzeitige Situation aller Hundehalter gut beschreibt. Ich fühle mich als Opfer diverser Hundeverordnungen. Mein Hund ist deshalb so brav, weil ich schier immer ohne Leine unsere Wege bestreite. Statt meine Fähigkeiten beweisen zu können und offiziell meinen Hund frei gehen lassen zu können, bin ich hier in Wals mit der „Gemeindestreife“ konfrontiert, die in vielen Belangen für Recht und Ordnung sorgt.
Im Grunde wollte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie das Problem angesprochen haben. Wünschen würde ich mir eine Veränderung der jetzigen Situation. Sie als Vertreter einer angesehenen Institution könnten sicher öffentlichkeitswirksam ein Umdenken in Gang setzen.

Vielen Dank nochmals und ein erfolgreiches Jahr 2010

M. Möschl


Ich habe Euren Artikel gelesen und staune immer wieder darüber, was unsere verordnungswütigen Bürokraten noch alles verbieten oder reglementieren wollen und können.
 
Mein Bruder, Peter Kirchner, war auch einige Jahre mit viel Begeisterung und Freude Lawinenhundeführer, bis er leider viel zu früh verunglückt ist. Seine Hunde waren auch in meiner Familie richtige Familienmitglieder und meine Kinder hatten die tollsten Beschützer und Spielkameraden. Nur wenn Hunde falsch erzogen werden, werden sie zu Bestien!
 
Ich danke allen, die sich - in welcher Art auch immer - für die Bergrettung einsetzen und wünsche allen ein herzliches BERG-HEIL!
 
Ch. Proßegger
 

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