Viele Mitglieder der Bergrettung Salzburg bzw. jene der Lawinen- und Suchhundestaffel standen am Montag, 8. Februar praktisch im Dauereinsatz.
Mittags um 12:05 ging eine Alarmierung zu einem Lawineneinsatz in Bad Hofgastein ein: Abseits der Pisten, im Bereich der Leidalm, hatte ein Skifahrer einen Lawinenabgang beobachtet.
Kurz zuvor sah er auch Variantenfahrer in dieses steile (etwa 35 Grad) Gelände einfahren. Der Pistenchef der Bergbahnen alarmierte die Bergrettung Bad Hofgastein, da er Skispuren im Lawinenhang entdeckte.
Daraufhin flog ein Rettungshubschrauber, Alpin Heli 6, mit einem Einsatzteam samt Hundeführer über den Hang, diese konnten zwei Spuren seitlich und eine über dem Kegel entdecken, alle drei Spuren führten aber auch wieder aus dem Lawinenhang raus. Deshalb wurde auch sofort wieder Entwarnung für die Bergrettungseinsatzkräfte gegeben.
Da die Lawinensituation in diesem Bereich extremst hoch schien, beschloss die Einsatzleitung auch keine weitere Sondierung etc. durchzuführen.
Von den Bergbahnen wurde der Hang in Folge abgesperrt, auch ein Pistenbediensteter extra als „Warnposten“ abgestellt. Trotzdem fuhren noch etwa sieben Variantenfahrer in diesen Hang ein und lösten laut Einsatzleiter der Hofgasteiner Bergrettung auch tatsächlich noch ein weiteres, großes Schneebrett ab, bei dem allerdings niemand verschüttet wurde.
Lawinenabgänge in Saalbach und Kaprun
Zeitgleich gab es auch einen gemeldeten Lawinenabgang in Saalbach/Hinterglemm, auch hier wurde eine Einsatzmannschaft mit Hundeführer zum Lawinenkegel geflogen, es wurden jedoch keine Personen verschüttet.
Der Pinzgauer Bereichsleiter der Lawinenhundestaffel, Hias Schwabl, durfte an diesem Tag die Gps-Daten mehrerer Mitglieder der Hundestaffel durchgeben: Zur ebenfalls nahezu gleichen Zeit kam es nämlich auch in Kaprun zu einem Lawineneinatz. Auch hier wurden Einsatzkräfte samt Hundeführer vor Ort gebracht, erfreulicherweise gab es auch dort keine Verschütteten.
Obertauern
Zwei Einsätze innerhalb von fünf Minuten, so die Situation in Obertauern an diesem Tag: Gegen 13:30 Uhr fuhr ein 55-jähriger Deutscher aus Wolfenbüttel, mit seinen Skiern im Bereich der Hundskogelbahn im freien Gelände talwärts. In einer Seehöhe von ca. 1.850 Meter geriet er in felsdurchsetztes Gelände und konnte weder weiter abfahren, noch zurück aufsteigen. Der Mann alarmierte mit seinem Handy die Bergrettung Obertauern. Drei Mann der Bergrettung begaben sich daraufhin in den Bereich, konnten den Mann aber auf Grund der akuten Lawinengefahr nicht bergen, weshalb der Hubschrauber des BMI, die Libelle angefordert wurde. Mit einer Seilbergung (20 Meter Seil) wurde der Mann schließlich unverletzt aus seiner misslichen Lage befreit.
Zum gleichen Zeitpunkt ereignete sich wieder in der sogenannten Zehnerkarrinne in Obertauern, Gemeindegebiet von Untertauern ein Lawinenabgang. Diese Lawine wurde von einem 38-jährigen slowenischen Snowboardfahrer aus Ljubljana, bei der Abfahrt in einer Seehöhe von ca. 1.980 Meter ausgelöst. Er wurde im Schneebrett, im Ausmaß von ca. 60 Meter Breite und 200 Meter Länge, mitgerissen. Dem Mann gelang es, seinen mitgeführten Lawinenairbag auszulösen, sodass er nicht verschüttet wurde. Er blieb bei dem Lawinenabgang unverletzt. Sondiermannschaften samt Lawinenhund suchten den relativ großen Kegel ab. Nachdem sich eine Zeugin gemeldet hat, dass keine weiteren Verschütteten in der Lawine sind, wurde die Suche nach etwa 1,5 Stunden abgebrochen.
An den angeführten Einsätzen in Obertauern waren insgesamt beteiligt: 16 Mitglieder der Bergrettung Obertauern mit einem Lawinenhundeführer, zwei Notärzte, fünf Bedienstete der LGO-Obertauern, sowie zwei Alpinpolizisten und der Hubschrauber des BMI.
Eindringlicher Appell Bergrettung:
Wir bitten die Variantenfahrer und Freerider um realistische Abschätzung der Situationen. Ohne alpinistische Ausbildung sind derzeit alle Hänge abseits der Pisten zu meiden!
Wir bitten weiters dringend Lawinenabgänge zu melden.



















