Lawinenabgang Obertauern

02.04.25 Einsätze

Bei einem Lawinenabgang am Mittwochnachmittag wurde ein Freerider verschüttet. Er konnte durch seinen Begleiter aus 1,30 m ausgegraben werden und blieb unverletzt.

Nach 13 Uhr wurde der Bergrettung Obertauern ein Lawinenabgang im Bereich der alten Zehnerkar-Bergstation (Gamspitzl) gemeldet. Zwei Freerider – aus Kroatien und Salzburg – hatten sie auf etwa 2150 m Höhe ausgelöst.

„Unserer ersten Information nach waren zwei Freerider verschüttet worden“, sagt Michael Koch, Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern. Ein Bergretter und Hundeführer der Ortsstelle Obertauern wurde mit dem Rettungshubschrauberteam von Martin 1 zum Lawinenkegel geflogen. „Die Nachlawinengefahr war groß und es wurde vorerst entschieden, keine Bergretter im Gelände abzusetzen.“ Nach ersten Kontrollflügen brachte man einen Flugretter mittels Tau zur Unfallstelle. „Es hat sich gezeigt, dass der begleitende Freerider beim Ausgraben des Verschütteten war.“ Der 45-jährige Kroate war über einen Meter tief verschüttet und wurde durch den 30-jährigen Freerider aus Salzburg ausgegraben. Die beiden Freerider fuhren selbständig ins Tal ab.

„Derzeit herrscht eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Der letzte Schneefall brachte noch große Mengen“, so Michael Koch. „Die Situation ist nicht ganz einfach einzustufen. Schneebrettlawinen im Altschnee können an einigen Stellen noch durch einzelne Personen ausgelöst werden. Besonders an West-, Nord- und Osthängen oberhalb von 2200 m können Lawinen in tiefere Schichten der Altschneedecke durchreißen und groß werden. Wir appellieren daher auf genaue Tourenplanung und um Zurückhaltung im steilen Gelände. Jeder sollte sich auch bewusst sein, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte vorgeht und wir selbst in Zeitnot zuvor eine Risikomanagement-Abwägung durchführen, bevor wir – so wie heute – in 40 Grad steiles Gelände in Einsatz gehen.“

Die Lawine mit großem Staubanteil ging auf einer Seehöhe von 2150 m im Bereich des Gamspitzls (2340 m) ab. Sie hatte eine Anrisshöhe von 1,50m, war 150 – 200 m breit und 350-400m lang.

Im Einsatz standen insgesamt über 40 Einsatzkräfte. Neben Bergrettern aus Obertauern und Radstadt waren es drei Hundeführer der Bergrettung, Alpinpolizei, zwei Hubschrauberteams, Liftbedienstete, zwei Ärzte aus Obertauern und Mitarbeiter des Roten Kreuz.

Fotos und Videos: BR Obertauern